Zeugnis eines Betroffenen: Es begann vor ca. 30 Jahren. Damals war es normal, dass zu jeder  Gelegenheit in der Familie und im Freundeskreis Alkohol getrunken  wurde. Bald merkte ich, dass ich mehr und hastiger trank als  Andere. Das normale Trinken reichte mir nicht mehr. Ich zog mich  zurück und trank immer öfter mit mir allein. Einen normalen  Tagesablauf mit Arbeit,  Familie und Freizeit gab es immer weniger.  Alles wurde der Besorgung von Alkohol und dem Trinken   untergeordnet. Die Sucht übernahm schleichend aber sehr  konsequent die Herrschaft über mein Leben. Selbst ein   Unfall(unter Alkohol) mit bleibendem körperlichem Schaden war  kein Grund mit dem Trinken aufzuhören. Es wurde  immer  schlimmer. Sank mein Alkoholspiegel, bekam ich schwere  Entzugserscheinungen. Erst unter dem Druck  enormer  gesundheitlicher Probleme und der Aussicht, dass ich meine  Familie verlieren würde, war ich bereit Hilfe  anzunehmen. Ich ging zur Entgiftung und im Anschluss zur  Langzeittherapie. Nach dem körperlichen Entzug habe ich noch eine lange Zeit gebraucht, bis ich wieder klar und frei  denken konnte. Meine Frau und die Kinder haben in dieser Zeit immer zu mir gehalten. Wieder zu Hause schloss ich  mich enger an die Selbsthilfegruppe der CAGAS an. Wir sind eine Gemeinschaft, in der offen über die Probleme der  Sucht gesprochen wird. Heute kann ich wieder selbstbewusst auftreten und mit reinem Gewissen sagen, dass ich seit  über 5 Jahren trocken bin. Es ist so ein wunderbares Gefühl, wenn ich keine  Lügengeschichten mehr erfinden muss  und wenn ich merke, dass mir wieder Vertrauen entgegen gebracht wird. Für jeden Tag dieser Jahre bin ich dankbar.  Ich danke unserem Herrn Jesus Christus und allen Menschen, die mir geholfen haben von der Sucht los zukommen. Es  macht mich traurig, wenn ich junge Menschen sehe, die mit dem Statussymbol "Bierflasche" in der Öffentlichkeit  herumlaufen und auf dem besten Weg sind, ihre freie Willensentscheidung und damit ihre Zukunft der Sucht zu  überlassen.